Kultur

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Kopf frei! Aus dem Staatstheater Nürnberg
11:00 Uhr
Gluck-Saal, Staatstheater Nürnberg (Richard-Wagner-Platz 2-10, 90443 Nürnberg)
Eintritt: 6,00
Informationen und Tickets
Ein Gespräch mit Patsy L’Amour laLove und Barbara Vinken
Moderation: Joana Ortmann
Mark-Anthony Turnages Oper „Anna Nicole“ stellt einige schmerzhafte Fragen an den neoliberalen Zeitgeist. Auch wenn das Schicksal des Models und Busenwunders Anna Nicole Smith unverkennbar amerikanische Züge trägt, berührt vieles daran auch die europäische Seele. Was fasziniert uns an B-Prominenten wie Anna Nicole Smith? War sie eine Frau, die ihr Leben mutig in die Hand genommen und ihr soziales Milieu verlassen hat, oder hat sie sich nicht vielmehr der kapitalistischen Verwertungsmaschine in den Rachen geworfen, um schließlich in ihr zermalmt zu werden? Ist die Selbstoptimierung tatsächlich eine Notwendigkeit unserer Zeit oder doch ein Perpetuum mobile, um dem modernen Menschen den Rest zu geben? Wie echt und authentisch bin ich noch, oder haben solche Begriffe überhaupt ihren Sinn verloren?
Aus Anlass der Inszenierung von „Anna Nicole“ am Staatstheater Nürnberg diskutieren Barbara Vinken und Patsy L’Amour laLove. Barbara Vinken ist Professorin für Allgemeine und französische Literaturwissenschaft an der LMU München und beschäftigt sich in ihrer Forschung unter anderem mit Frauenbildern und Mode. Die Geschlechterforscherin Patsy L’Amour laLove ist die Historiografin der deutschen Schwulenbewegung. Der von ihr herausgegebene Sammelband „Beißreflexe“ über autoritäre Tendenzen in der Aktivistenszene hat die Schwulen-, Lesben- und Transgender-Szene seit dem Erscheinen 2017 aufgewühlt. Moderiert wird das Gespräch von der Kulturjournalistin Joana Ortmann, die in der trimedialen Redaktion Kultur aktuell des Bayerischen Rundfunks arbeitet.

„Kopf frei!“ ist eine Gesprächsreihe des Bayerischen Rundfunks und des Staatstheaters Nürnberg.

Impressionen

Vergangene Kulturveranstaltungen

Inputs und Talks mit Ansgar Martins, Stephanie Kuhnen & Ilona Bubeck
Ludwig l'Amour
20:00 Uhr
LUDWIG (Anzengruber Straße 3, 12043 Berlin)
Eintritt: 4,00
Zur Facebook-Veranstaltung
Feministische, schwule, lesbische und queere Aktivist_innen scheinen seit Ende der 1970er Jahre immer wieder auf irgendwelchen Monden in okkulte Sekten und spiritistische Zirkel abzuschweben. In der Vergangenheit schlossen sie sich voll Enthaltsamkeit der Bhagwan-Sekte an oder luden sich in überirdisch teueren Orgonakkumulatoren mit Energien auf.

Heute wiederum weist man im queerfeministischen Missy Magazine Horoskope und Tarot als widerspenstige Praktiken aus. Das „Jahr der Frau_en“ im Schwulen Museum feiert nicht die Lesben, tribadische Lust und Butch-Kultur – sondern behauptet, dass frauenliebende Frauen irgendwie besonders magisch und krautig seien. Mit einer Installation will man dort „prägende Momente der lesbisch-queeren Geschichte vom alten Wissen der Hexen“ wiederbeleben: „Hexen leben im Einklang mit der Erde, mit einem Zucken ihrer Peitsche setzen sie Banken in Flammen, verschwören sich still mit den Wurzeln und werden für immer die kalten Seelen aus Wettbewerb und Geld heimsuchen.“

Woher kommt diese Fantasie der Lesbenhexen – und warum ist das so unsexuell? Was hat Spiritualität mit Feminismus zu tun? Welche Rolle spielen Sekten, Gurus und andere Heilsbringer in der Lesben- und Schwulenbewegung seit den 70ern? Ist das uralte Wissen der Hexen befreiend oder sind Hexen doch nur die Hassprojektionen mittelalterlicher Männer? Warum sollten Homosexuelle einen besonderen Hang zum Okkultismus haben? Wie sieht es mit dem emanzipatorischen Gehalt der Esoterik aus? Sind alle Spiritisten gleich Faschisten? Wie bringe ich meinen Besen zum Fliegen, wo ist der Blocksberg und was ziehe ich da nur an?!
Vortrag von Till Amelung:
Ludwig l'Amour
20:00 Uhr
LUDWIG (Anzengruber Straße 3, 12043 Neukölln)
Eintritt: 4,00 €
Die Tunten pfeifen es aus ihren Dutten, die Stöckel rascheln bereits und die Puderquaste summt ihr frohlockendes Lied: Kommen Sie – kommen Sie – zu Patsys Salon!

Im Februar steigt die Salondame Patsy l‘Amour laLove mit einem Gast ein in die aktuellen Diskussionen zu Prostitution und Sexarbeit: „Käuflicher Sex – selbstbestimmte Berufung oder patriarchale Gewalt?“, lautet der Titel des Vortrags, den der Geschlechterforscher und Aktivist Till Randolf Amelung an dem Abend vortragen wird. Er macht sich auf den Weg aus Hannover und gibt einen Überblick zur aktuellen Debatte zwischen Prostitutionsgegner_innen und den Befürworter_innen. Dabei weist er auf einen anderen Weg als den der Frontenbildung hin und stellt seine Thesen zur Diskussion.

Nach theoretisch-politischen Ergüssen gibt sich Polly Puller an der After-Lounge hin und gibt wieder alles: Diesmal entführt sie uns in die Welten der erotischen Musik und verführt womöglich auch Dich dazu, mit ihr an der Theke die ein oder andere Weißweinschorle zu schlürfen.
23:00 Uhr
Untertage (Mehringdamm 32, Berlin)
Eintritt: 5,00 €, nach Mitternacht 7,00 €
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in Zusammenarbeit mit ausgehDörte, Fabienne du Neckar & Sharleen Voyage
Die Amazonen der Finsternis – Fabienne du Neckar, ausgehDörte, Sharleen Voyage und Patsy l'Amour laLove – lassen ihre cholerischen Donnerschreie erschallen und laden wieder zur tuntigen Goth-Party ins Untertage!
Stargast-DJ in unseren verfluchten Hallen: VOIN.
Den erotischen Schnapstrunk verteilen Polly Puller, Carmen MyFace und Berta von Bad Plack! An den Toren zu den ewigen DWT-Gründen wacht Kaey!!! Ein letztes Foto der Gäste derweil schießt Doris Belmont. Auch Betty BücKse (Thomas) – der Balrog aus der Tiefe – wird emporsteigen und den ganzen Abend nutzlose Dinge tun.
Haram
20:00 Uhr
Ludwig (Anzengruber Straße 3, 12043 Neukölln)
Salondame Patsy l‘Amour laLove lädt am 04. Oktober in ihren Salon „Ludwig l‘Amour“ sowie zur Diskussion! Hierfür ist der Aktivist Sercan Aydilek zu Gast und präsentiert seinen Vortrag „100% haram?! – Being queer in Islam“. Der Ankündigungstext findet sich unten!

Nach Vortrag und Diskussion ergießt sich die eigens angereiste ausgehDörte zur After-Lounge vor den Gästen! Osizillierend zwischen Siouxsie and the Banshees und Prince untermalt sie den Ausklang eines erschreckend schönen Dabends.