Polymorphia

Die TrümmerTuntenNacht

Vorträge, Diskussionsrunden und Podien treffen auf Tuntenshows, Travestie und Schrulligkeit! Vier Mal im Jahr lade ich Tunten, Showgirls und Intellektuelle ins SchwuZ, um ein einzigartiges Kulturevent in Berlin zu feiern.

Polymorphia Termine

Divers pervers

Seit 2013 organisiere ich die TrümmerTuntenNacht, bei der Schwule, Lesben, Bis und Transgender unterschiedlicher Generationen auf und vor der Bühne diskutieren und feiern, singen und streiten. Sie kommen aus vielfältigen Hintergründen – so dass sich im Publikum neueste Kontakte knüpfen und alte Bekanntschaften wieder neu aufleben. Auf der Bühne jubeln sich Travestie-Stars, Glamour Queens, Polit-Tunten und liebevolle Schreckschrauben gegenseitig zu, die sonst nie aufeinanderträfen.

Feier Dich selbst heut Nacht!

Die Polymorphia bietet vier Mal im Jahr ein abendfüllendes Programm im SchwuZ. Darüber hinaus gewährt der Eintritt zur Polymorphia auch Zugang zur direkt im Anschluss schillernden Partynacht mit einer der SchwuZ-Formate wie Kiezdisco, Plastic oder BUMP!

Vorträge und Kontroversen

Zur Diskussion laden Referent_innen mit teils kontroversen Themen, etwa Frederik Schindler zu Pink Washing, Juanita Henning zu Prostitution oder Sama Maani über das Verhältnis der Linken zum Islam. Als Gastgeberin nehme ich mich während der Diskussionen zurück und schlüpfe in die Rolle der Moderatorin. Die möglichst offene Debatte ist mir ein Herzensanliegen!

Geschichte

Die politischen Vorträge wechseln sich ab mit geschichtlichen Rückblicken: So etwa mit Matthias Frings und Elmar Kraushaar auf ihren Film „Männer.Liebe“ aus dem Jahr 1982 oder mit den SchwuZ-Gründungsmüttern Daisy, Mechthild Freifrau von Sperrmüll und Gesine Mehl über die Entstehungsphase des Schwulenzentrums 1977.

Tuntentradition

Das SchwuZ geht zurück auf Polit-Tunten in den 1970er Jahren: In hitzigen Diskussionen entstand schlussendlich das SchwulenZentrum, in dem sich die Vorläufer vieler wichtiger Institutionen, etwa der Prinz Eisenherz Buchladen, der Verlag Rosa Winkel oder das Stadtmagazin Siegessäule, trafen und zum Teil gegründet wurden. In den 1980er Jahren inszenierte Ronald M. Schernikau sein Tunten-Stück „Die Schönheit“ eigens für das SchwuZ. Die darin spielenden Tunten, das Ensemble „Ladies Neid“, waren zu jener Zeit aktiv im AIDS-Aktivismus. Hierzu gehörten unter anderem Melitta Poppe und BeV StroganoV, die heute immer wieder bei der Polymorphia auftreten!

Diese Tuntentradition liegt mir persönlich besonders am Herzen, ich liebe es, sie weiter- und aufleben zu lassen. Junge und ältere Tunten miteinander in Kontakt zu bringen wurde durch die Polymorphia zu einer Leidenschaft, der ich immer weiter frönen möchte!

Poylmorphia, Copyright: Dragan Simicevic Visual Arts

Trümmertunten

Die große Show lebt von Glamour und Trash – Travestie und Tuntigkeit. Große Gesten treffen auf billiges Make-up und so tanzt am Ende jedes Klischee im wilden Tuntentango. Elmar Kraushaar sagte einmal, bei der Polymorphia trete jede Talentklasse auf. Hier bekommen absolute Neulinge ebenso eine Möglichkeit, die große Bühne zu erstöckeln, wie auch erfahrene Schwestern ihre Kunststücke vollführen.

Zusätzlich zur Show sind im Publikum zahllose Tunten unterwegs – und auch anderweitig trifft man auf schillernde Persönlichkeiten: So bekleiden Sharleen Voyage, Doris Belmont, Saphira Analia Monarfista und Flatter Lenzia das „Info-Buffet“, an dem Polit-Flyer ausliegen, Soli-Schnaps getrunken werden kann und Spenden gesammelt werden, die an Gruppen wie „Katte e.V.“ oder Flüchtlingsprojekte gehen. Oft steht neben dem Info-Buffet außerdem ein Fummelständer parat, so dass man sich mit tuntigem Zierrat ausstaffieren kann!

Die Polymorphia lässt die Tuntigkeit aufleben, verbindet Generationen und Szenen, ruft auf zu Diskussion und Engagement, und bietet eine galante Ballnacht, die selbst in Berlin einzigartig ist!

Fotocredits

Dragan Simicevic Visual Arts