Vorträge

Kalender

Es sind 7 Vorträge in 4 Städten angekündigt.

18:00 Uhr
Café KOZ (Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main)
Während viele politisch Aktive „Queer“ als Kampfbegriff nicht aufgeben wollen, suchen sich andere queere Aktivist_innen, vor deren Wirken „Queer“ in Sicherheit gebracht werden soll, die Zusammenarbeit mit autoritären, teils gewaltbereiten antisemitischen Gruppierungen. So scheuen sich mancherorts Queer-Initiativen auch nicht vor „Allianzen“ mit islamistischen Gruppierungen, während ihr identitätspolitischer Aktionismus (konsequenterweise) die soziale Realität von Flüchtlingen, sofern sie nicht zur eigenen Ideologie passt, nicht weiter beachtet.

Im Vortrag werden einige Beispiele befremdlicher Bündnisse im Feld queerer Politik hervorgehoben und in deren Zusammenspiel mit einer spezifischen Form von Identitätspolitik dargestellt. Wie passt eine Kritik der Heteronormativität, mit der Queer einst angetreten ist, zu antizionistischen Anti-Pinkwashing-Kampagnen und pseudolinken Bündnissen, die sich – vermeintlich kultursensibel – gegen das Anprangern von homosexuellenfeindlicher Gewalt stellen? Wieso kann in Berlin kein alternativer CSD stattfinden, ohne dass dieser entweder antisemitische Aktivist_innen einlädt – oder diese der Demo von vornherein in die Parade fahren? Weshalb kreischen Anti-Pinkwashing-Proteste, sodass keine Gespräche möglich sind? Diese Frage im Mittelpunkt wird auch das merkwürdige queere Verhältnis zu anderen Kulturen befragt: die Ablehnung jeder „kulturellen Aneignung“ und Exotisierung auf der einen Seite trifft hier regelmäßig auf eine folkloristische Faszination für das Fremde, das man sich irgendwie naturverbunden, ursprünglich, authentisch und/oder spirituell vorstellt.

Orientiert an Benedikt Wolfs erster wissenschaftlicher Darstellung der Entwicklung der Queer Theory seit den 1980er Jahren (im aktuellen "Jahrbuch Sexualitäten"), lässt sich festhalten, dass sich das, was Queer an politischem und theoretischem Potential einst zum Teil vorweisen konnte, größtenteils eingebüßt hat. Jenseits von Queer als modischem Polit-Wort, dem man sich zugehörig und damit „radikal“ fühlen kann, sobald man die richtigen Vokabeln kennt (ohne darüber nachdenken zu müssen), wird im Vortrag auf die Kritik an identitärem Aktivismus ebenso eingegangen wie auf eine queere Identitätskritik und die Möglichkeit einer
(Einlass: 20:00 Uhr)
International Psychoanalytic University (Stromstraße 1, 10555 Berlin)
Eintritt: kostenlos
Zur Anmeldung
Anmeldung erforderlich!

Programm am 17. und 18. Januar. Den Eröffnungsvortrag am Freitagabend (17.1.) wird Manuela Torelli halten, die mit ihrer Forschungsarbeit „Psychoanalyse der lesbischen Sexualität“ (Psychosozial-Verlag, 2008) eine einzigartige und fruchtbare Pionierarbeit in diesem Feld geleistet hat. Am folgenden Tag widmen sich weitere Beitragende (Aaron Lahl, Anna Koellreuter, Monika Gsell, Sonja Düring, Ilka Quindeau und Insa Härtel) der lesbischen Sexualität aus psychoanalytischer, sexualwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Perspektive.

Impressionen

Vergangene Vorträge

Bisher fanden 144 Vorträge in 44 Städten statt.

20:00 Uhr
Bibliothek der International Psychoanalytic University (2. OG) ( Stromstraße 1, 10555 Berlin)
Zur Veranstaltung
Ein Bibliotheksgespräch von Lilli Gast mit Martin Dannecker, Patrick Henze, Aaron Lahl und Victoria Preis

Wie kam es, dass sich das gesellschaftskritische Potential der Psychoanalyse beim Gegenstand der Homosexualität in ihr Gegenteil verkehrte, dass die Analyse der Repression das Wort redete statt diese zu analysieren? Wie können dagegen andere psychoanalytische, triebtheoretische Entwürfe im Spannungsfeld von Homosexualität und Psychoanalyse aussehen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wird Lilli Gast gemeinsam mit Martin Dannecker und den Herausgeber_innen von „Psychoanalyse und männliche Homosexualität: Beiträge zu einer sexualpolitischen Debatte“ (Patrick Henze, Aaron Lahl und Victoria Preis; Psychosozial-Verlag, 2019) diskutieren.
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
Vortrag & Diskussion bei der Reihe "Soirée am Dom"
19:30 Uhr
Haus am Dom (Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main)
Programmheft, S. 22
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l'Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?

Die Veranstaltung geht bis 21:30 Uhr.
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
18:00 Uhr
AIDS-Hilfe Braunschweig (Eulenstraße 5, 38114 Braunschweig)
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l'Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
18:00 Uhr
Universität Trier, Raum B21
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l'Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
19:00 Uhr
BDP-Haus
Zur Website
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l'Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?
Identität, Kollektiv, Emanzipation
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (Strubergasse 18)
Eintritt: Eintritt frei
Montagsrunde mit Patsy l‘Amour laLove, Moderation: Stefan Wally.
Eintritt frei, Anmeldung: www.jungk-bibliothek.org/montagsrunden
Eine Kooperation mit der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen.
Kritik, Polemik, queerer Aktivismus
LesBiSchwule* Kulturtage
19:00 Uhr
Universität Göttingen (Zentralcampus, Platz der Göttinger Sieben 5, ZHG 001)
LesBiSchwule* Kulturtage
In der medialen Debatte um das Buch „Beissreflexe“ steht dessen „Polemik“, „Diffamierung“ von Queer, „Psychopathologisierung“ und „Angriffe“ auf die Gender Studies im Mittelpunkt. Ein neuer Sarrazin sei erschienen, man spiele den Rechten in die Hände, es sei transfeindlich, rassistisch – ein Fall für den Giftschrank. Einige Akademiker_innen sprechen von „SCHEISSREFLEXE“, einem „Exzess normativer Gewalt“ oder nennen die Herausgeberin einfallsreich „Patsy So La La“. Schon kurz nach Erscheinen des Buches im März ging es dabei vorrangig um die Frage: Pro oder Contra Beissreflexe?



Das Buch wurde zu einer Chiffre – die 27 sehr unterschiedlichen Beiträge und deren Inhalt gerieten in den Hintergrund. Bei weitem nicht jeder Artikel etwa zeichnet sich durch Polemik aus, die Auseinandersetzung mit Gender Studies hat keinen zentralen Platz im Buch und die Artikel sind mit deutlicher emanzipativer Haltung verfasst. Keine Bibel ist erschienen, deren Exegese nun ansteht, sondern ein streitbarer Sammelband. Zum Streit aber fehlt zu häufig die Kenntnis um den Inhalt.



Patsy l‘Amour laLove greift in ihrem Vortrag diese mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Darüber hinaus soll diskutiert werden, was an einem sozialpsychologischen Ansatz derart problematisch sein kann, dass man psychologische Begriffe ad acta zu legen hat. Und liegt hier womöglich ein theoretischer Knackpunkt in der Diskussion: In den unterschiedlichen Ansätzen von Kritischer Theorie und Psychoanalyse bis Diskurstheorie und Poststrukturalismus? Inwiefern läuft eine Diskussion über queeren Aktivismus Gefahr, Koalitionen mit Rechtspopulisten zu schließen? Und schließlich: Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l'Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?

http://bdp-hulsberg.de/
Diskussion Beissreflexe, Foto: ARGEkultur Wolfgang Lienbacher, 13.11.2017

Vorträge

Seit einigen Jahren reise ich mit Vorträgen und Workshops durch den deutschsprachigen Raum. Meine Themen sind die Schwulenbewegung der 1970er Jahre, schwule Lust und Sexualität, Pornographie, Männlichkeit und Tunten, kritische Identitätspolitik sowie meine beiden Sammelbände „Selbsthass & Emanzipation“ (2016) und „Beißreflexe“ (2017) mitsamt den öffentlichen Debatten.

Fragen zu meinen Vorträgen und Buchungsanfragen können hier gestellt werden.

Fotocredits

Vorträge:
ARGEkultur Wolfgang Lienbacher, 2017